|
|
Neue Dimensionen des Sehens
Bei der nächsten Ausstellung in der Galerie Isenburg heißt es im wahrsten Sinne des Wortes „Augen auf!“, denn mit Luis Soltmann hat Galeristin Dagmar Schröder einen Künstler gewonnen, dessen Fotografien immer wieder aufs Neue verblüffen, irritieren, verunsichern, aber nicht zuletzt auch neue Impulse geben. Denn Soltmann nutzt seine Kamera zu mehr als zur bloßen Wiedergabe von Fakten. Durch unerwartete Kontrastierungen und Kombinationen mehrerer Bilder fordert er den Betrachter heraus, sich selber ein Bild zu machen, genauer hinzuschauen und das, was man sieht, nicht einfach als gegeben hinzunehmen.
Mit großer Kreativität weiß Soltmann sowohl Zufallsfunde zu nutzen als auch gezielt Motive so zu arrangieren, dass sie über ein „gestelltes Bild“ weit hinausgehen. Manchmal ist es die reduzierte Struktur, manchmal das überraschende Detail, oft auch die dahinter stehende Idee, mit der er spielt, wenn er seine Motive kombiniert. Denn meistens ist es mehr als eine einzelne Fotografie, sondern bewusst gewählte Sequenzen, mit denen der Künstler sein Publikum konfrontiert. Offensichtlich lässt er seine Blicke überall schweifen – besonders gern aber in seiner Wahlheimat Lanzarote, für die er auch schon Bildbände illustriert hat.
Aufs beste ergänzt und kontrastiert werden die Fotosequenzen durch Skulpturen des Grafikers und Metallbildhauers Rainer Henze aus Halle an der Saale. Denn auch in ihnen kann der Betrachter immer wieder nach anfangs übersehenen Aspekten suchen, wenn Henze abstrakte und gegenständliche Komponenten mit einander verbindet. Man erkennt menschliche Körper, die aber in andere Dimensionen gezerrt oder bewegt worden sind, angedeutete Räume und Dinge, die jedoch der Interpretation des Künstlers oder zumindest der Fantasie des Betrachters bedürfen, um eine Erklärung zu bilden für das dargestellte Ganze. Immer wieder findet sich das Motiv des Rades, die perfekte, vom Menschen entwickelte Form, die sich den damit verbundenen Figuren gleichzeitig als Basis anbietet und sich ihnen doch wieder zu entziehen scheint. Der 1952 in Leipzig geborene Rainer Henze hat an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle studiert und ist seit 1979 freiberuflich tätig. Seine Entwürfe werden nicht nur in Ausstellungen gezeigt, sondern sind inzwischen in vielen Städten dauerhaft zu sehen.
|
|