|
|
Vielschichtigkeit in Farbe, Form und Motiv
Von jemandem, der mitten im Leben auch beruflich noch einmal umschwenkt, seinen Job in der Werbebranche an den Nagel hängt und ein Kunststudium beginnt, darf man Gegensätzliches erwarten. Und so präsentiert Ragna Sichelschmidt, Besuchern der Galerie Isenburg bislang durch ihre dynamischen Portraits von Kindern und Jugendlichen bekannt, nun etwas völlig anderes. Es sind Bilder, die sie aus verwitterten Diaabzügen herstellt, mehrschichtige Motive, die durch eigentlich unsachgemäße Behandlung des empfindlichen Materials entstanden sind und dadurch ein rätselhaftes Eigenleben entwickelt haben.
Ragna Sichelschmidt, in Frankreich geboren und im Rheinland ansässig, mag sich nun mal nicht in eine bestimmte Schublade packen lassen. Sowohl durch ihre Grafik-Ausbildung als auch durch das Studium an der Universität Essen haben die Grundlage gelegt zu einer künstlerischen Tätigkeit, die so handwerklich solide wie vom kreativen Ansatz her vielseitig ist. Für sie hat Kunst mehr zu bieten als Motive auf rechteckige Flächen zu bannen, sondern sie lädt ein zum Experimentieren und Ausloten der Möglichkeiten, zum immer neuen Finden des Schönen und Provokanten, des Verborgenen hinter dem Offensichtlichen.
Und das möchte die Künstlerin zeigen, indem sie zeigt, wie völlig unterschiedliche Medien, Methoden und Materialien sich doch zu einem harmonischen Ganzen verbinden lassen. Da wird das Detail eines Gebäudes sichtbar, das sich scheinbar hinter einer bunt gestalteten Fläche versteckt. Oder man erkennt erst auf den zweiten Blick den Skater, bereit zum Sprung in die Halfpipe, und auch der verneinende Titel (»Ole ist es nicht«) trägt dazu bei, die Vielschichtigkeit des Bildes zu vertiefen.
|
|