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Die Bildhauerei ist eine anspruchsvolle Form der Kunst, weil sie vom Künstler nicht nur einen besonderen Blick erfordert – er muss sozusagen schon im ursprünglichen Block aus Marmor oder ähnlichem Material das Potenzial für die mögliche Darstellung erkennen – sondern auch eine hohe handwerkliche Sicherheit. Ein falscher Schlag, und das gesamte Werk ist zerstört, das Konzept verdorben, die lange Arbeit vergeblich. Deshalb wird Michelangelo die Feststellung zugeschrieben, sie sei ein ständiger Kampf: zwischen Meißel und Materie, zwischen Idee und Werk. Diesem Kampf stellt sich Giovanni de Angelis seit langem immer wieder.
1938 auf der Insel Ischia geboren, begann de Angelis schon früh erste Schritte in die darstellende Kunst – vielleicht lag das nahe, weil sowohl sein Vater Federico als auch sein Onkel Luigi bereits als Künstler tätig waren. Weitere Begegnungen mit Bildhauern wie Hermann Haller oder Alexander Zschokke vertieften diese Tendenz ebenso wie die Freundschaft mit dem Dichter Eugenio Montale. 1960 begann Giovanni de Angelis ein Studium an der Kunstakademie in Florenz und erhielt 1961 ein Stipendium der deutschen Bundesregierung für die Kunstakademie in München. Bereits im Jahr 1962 erwarb das Wallraf-Richartz-Museum in Köln eine Skulptur des Künstlers für seine moderne Abteilung.
Mit einer sehr persönlichen Formensprache überzeugt er sein Publikum. Seine Figuren sind eine Verbindung zwischen erkennbarer Darstellung und verborgener Symbolik. Ästhetische Formen beinhalten das, as der Künstler aus seinem Inneren heraus zu sagen versucht, beschreiben Lebensmomente und Gefühle, erfassen Augenblicke und sind doch zeitlos, nicht in eine feste Struktur einzuordnen. Sie überwinden die physikalische Schwere des Materials durch einen Ausdruck von Grazie, die den Betrachter fasziniert und für eine Zeit lang beschäftigt.
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